Eine Wiese ist ein Rasen, der mit anderem Grünzeug vermischt wächst.
Der Rasen dagegen ist die Wiese in Reinkultur und besteht nur aus
Gräsern, die regelmäßig gemäht werden.
Hier ist auch schon zu sehen, dass das Wort Rasen gar nicht für eine Wiese
herhalten kann. Das Wort Rasen hat sich diesen Umstand nur auf vielerlei
Weise erschlichen.
Beispiele dazu:
a) Fußballspieler, die über eine Wiese rasen
b) Vor Wut rasende Menschen, die nur zufällig eine Wiese überqueren
c) Rasantes Ausrutschen auf einer Wiese
d) Bleibt dem Leser überlassen, weitere Beispiele zu suchen
Es verhält sich also folgendermaßen. Das Wort Rasen sollte in einer
gepflegten Sprache für eine Wiese nicht vorkommen. Rasen ist also nur ein
übles Umgangswort.
Besser ist es den Rasen, die Wiese in Reinkultur, als Reinwiese zu
bezeichnen. Die Rheinländer haben das schon länger erkannt, schreiben
aber Rheinwiese. Das „h“ in dem Wort ist eventuell Ortsabhängig.
Siehe auch Bayern, dort wird nicht auf dem Rasen gefeiert, sondern auf den Wiesen.
In Texten, wie z.B. „komm auf die Wiese Luise“ wird nicht Rasen verwendet.
Vorbildlich auch das Tier mit dem Namen Wisent, ein Bison, auch abgeleitet von Wiese.
Anderenfalls würde das Tier Rasent heißen, was nicht gerade die Anmut
und Schönheit des Tieres herausstellt.
Zusammengefasst also, das Wort Rasen wird ersatzlos gestrichen
und durch Reinwiese ersetzt. Die Wiese mit verschiedenen Kräutern und Blümchen
bleibt einfach Wiese.
Aber bitte nicht Wisent werden, sondern wenn, dann immer noch rasend vor Wut.
© Dirk Czarnetzki, Juli 2009